Tätigkeitsbericht 2014

 

2014 war für uns als Bürgerhilfe-Team ein Jahr mit erfreulich zahlreichen Einsätzen, die wieder überwiegend die Begleit- und Fahrdienste von unseren und für unsere Mitglieder zum Arzt, zur Apotheke und zum Einkaufen umfasst haben.

Auch die 5 Seniorencafe`s, die wir immer im Wechsel im Landgasthof Steinerbrückl und im Gasthof Goss, sehr nett unterstützt von den Gastwirten, abgehalten haben, sind mit im Schnitt etwa 20 Besuchern mittlerweile eine gut angenommene, feste Institution geworden. Neben Kaffee und Kuchen und ausgiebigen Gesprächen animiert von Beginn an Herr Knerr mit der Singstunde altbekannter Lieder die Gäste zum Mitsingen. Lustige und besinnliche Vorträge Einzelner erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit. Unser Konzept, die Gesamtrechnung für das Seniorencafe aus der Bürgerhilfe-Kasse zu übernehmen, um auch weniger betuchten Deuerlingern den Besuch zu ermöglichen, hat sich bewährt. Jeder kann in seinem Rahmen dazu beitragen und mit einem Obolus das Sparschwein füttern. Wir sehen uns in der  Verantwortung, zumindest einen kleinen Beitrag gegen die Vereinsamung der Senioren in ihren eigenen Häusern und Wohnungen durch fehlende Mobilität und gesundheitliche Probleme zu leisten. Bei Bedarf holen wir die Gäste daheim ab und bringen sie nachher auch wieder heim.  

Es uns auch sehr wichtig, den Deuerlinger Senioren durch unseren Fahrdienst die Teilnahme am wöchentlichen Treffen des kirchlichen Seniorentreffs zu ermöglichen. Die Besucher des Seniorentreffs sind wiederum eifrige Gäste bei unseren Seniorencafes, auch hier geht es für einige nur mit dem angebotenen Hol- und Bringdienst.

Die Kreativnachmittage mit Doris Lottner haben sich ebenfalls als fester Termin etwa alle zwei Monate etabliert: Eine Gruppe von 6 bis 8 Deuerlinger Frauen trifft sich regelmäßig, um mit der Kunstpädagogin ganz unterschiedliche kreative Projekte anzugehen – mit wirklich beachtlichen Ergebnissen! Auch hier sind wir von der Übernahme der Kosten durch die Bürgerhilfe-Kasse überzeugt. Dadurch erhält jeder die Möglichkeit der Teilnahme. Solange jeder Teilnehmer die Treppe zum vom Licht und Raum her idealen Austragungsort, den Räumlichkeiten im Gemeindehaus über dem Feuerwehr- und Bauhoftrakt, erklimmen kann, wird der Kreativnachmittag dort stattfinden. Ansonsten stoßen wir beim TSV Deuerling immer auf offene Ohren, wenn wir um die Erlaubnis zur Nutzung des fast ebenerdigen Gastraumes des Sportheims für unsere Kurse und Treffen nachfragen.

Im Jahr 2014 unterstützten in über 60 Einsätzen mehrere Mitglieder nicht deutsch sprechende Kinder im Deuerlinger Hort mit bis zu drei Mal wöchentlichen Besuchen zur Hausaufgabenbetreuung und zusätzlichem Deutschunterricht.

Ein sehr zeit- und arbeitsaufwendiges neues Thema ist in 2014 auch in unsere Zuständigkeit „geschwappt“: Durch die Unterbringung von Asylbewerbern verschiedener Nationalitäten im Ort standen wir ganz plötzlich vor neuen Herausforderungen. Frau Dr. Janssen hat in ihrer Zuständigkeit als Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragte der Gemeinde Deuerling die Kontakte zum Landratsamt und zum Vermieter in Heimberg hergestellt. Wir unterstützten sie nach Kräften, um den Flüchtlingen, und hier gerade den teils traumatisierten Familien mit Kindern, eine gute Unterbringung und Versorgung zu ermöglichen. Durch die schwere Erkrankung von Frau Dr. Janssen und damit dem plötzlichen Wegfall ihres Wissens und Tatendrangs zur Verbesserung der Situation sprangen wir in die Bresche und mussten uns umgehend gemeinsam mit der Gemeinde in die Thematik einarbeiten. Die Bürgerhilfe ergriff die Initiative und band zahlreiche Deuerlinger ein, um einer elfköpfigen Familie aus dem Kosovo nach deren plötzlicher Unterbringung in Deuerling durch das Landratsamt zu helfen: Sie organisierte Kleiderspenden, denn Wintersachen waren nicht vorhanden, organisierte und begleitete anfänglich die Schulbesuche der Kinder, Behördengänge der Erwachsenen, Busfahrkarten besorgen, Arztbesuche … und das alles, ohne deren Sprache mächtig zu sein. Eine Mammutaufgabe, die in dieser Form auf Dauer so nicht machbar ist und durch die erst später bekannt gewordene „Kümmererpflicht“, die der Vermieter mit dem Mietvertrag mit dem Landratsamt unterschrieben hat, und die Unterstützung durch die Gemeinde etwas entschärft wurde. Die Asylbewerber werden in der Regel alle 3 – 6 Monate wechseln, so dass uns die „Erstversorgung“ neuer Bewohner auch in Zukunft immer wieder vor neue Herausforderungen stellen wird. Bürgermeister Diethard Eichhammer hat durch den Besuch von Veranstaltungen im Landratsamt zum Thema „Asylbewerberunterbringung dezentral im Landkreis Regensburg“ viele Informationen für uns mitgebracht, Ansprechpartner, Übersetzer, Institutionen und gesetzliche Regelungen.  

Die Einladung der Freiwilligenagentur des Landratsamtes Regensburg zu Netzwerktreffen mit anderen Nachbarschaftshilfen im Landkreis, meist zweimal im Jahr, nehmen wir mit einer Abordnung aus dem Bürgerhilfe- Vorstand immer wahr. Es ist interessant, wie sich die ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe im Landkreis entwickelt hat. Aktuell haben sich in 19 der 41 Landkreisgemeinden teils völlig unterschiedliche Formen der Nachbarschaftshilfe etabliert. Als wir 2008 den Gedanken einer solchen Hilfe für Deuerling zuerst in ganz kleinem Umfang umgesetzt haben, gab es nur in Aufhausen überhaupt ähnliche Ansätze. Und bereits da haben wir mit dem Austausch von Informationen untereinander begonnen, denn „das Rad muss ja nicht jedes Mal neu erfunden werden“, lernen aus den Fehlern anderer und das Abschauen von guten, in unserem Ort umsetzbaren Aktionen waren und sind sehr hilfreich für alle Beteiligten. Die örtlichen Gegebenheiten in den Gemeinden im Landkreis sind oft ganz unterschiedlich, so dass auch der Schwerpunkt der Hilfsangebote meist ein anderer ist. Durch das ungenügende Nahversorgungsangebot in Deuerling, die weit auseinander liegenden Ortsteile, die überwiegend nicht an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen sind, und fehlende Ärzte ist bei uns das größte Betätigungsfeld der Begleitdienst für Senioren. Auf der anderen Seite funktioniert in den Deuerlinger Ortsteilen jedoch die gewachsene, ursprüngliche Hilfe innerhalb der Familie und durch Nachbarn noch erfreulich gut.   

 

Jutta Niederquell, Schriftführerin                 Deuerling, 13. März 2015